Kontext und Schwerpunkte
Zurzeit arbeitet die RZU in ausserordentlich vielen Arbeitsgruppen und Institutionen engagiert mit und wirkt aktiv in zahlreichen Projekten von Dritten oder von gemischten Trägerschaften mit. Diese Aktivitäten sind für die RZU wichtig, weil sie dabei wesentliche Fachbeiträge leisten und die Interessen der RZU und des RZU-Gebiets einbringen kann. Darüber hinaus kann die
RZU mit diesen Engagements auch RZU-eigene Absichten abdecken und Doppelspurigkeiten vermeiden. Es ist absehbar, dass die RZU zu mehreren gewichtigen und zum Teil nicht einfachen Geschäften, zum Beispiel dem Agglomerationsprogramm, Stellung nehmen wird.
Das Arbeitsprogramm 2011 weist folgende Schwerpunkte auf:
- Kantonale und regionale Richtplanung (oberste Priorität);
- Umsetzung und Konkretisierung der Integrierten Prinzipien und Ziele für die Raumentwicklung im RZU-Gebiet;
- Grundlagenarbeiten
- Kantonale und regionale Richtplanung
Bei der Gesamtüberprüfung des kantonalen Richtplans wird die RZU weitere Stellungnahmen zur Vorlage abgeben, nach Bedarf Beiträge zu speziellen Themen leisten und in den vier kantonalen Fachgruppen, die zur Bearbeitung des kantonalen Richtplans geschaffen worden sind, die regionale Sichtweise einbringen.
Für die Gesamtüberarbeitung der regionalen Richtpläne sind die Rolle und die Funktion der RZU-Geschäftsstelle von der RZU-Regionspräsidentenkonferenz erörtet und nach Rücksprache mit dem Kantonsplaner festgelegt worden. Demnach soll die RZU-Geschäftsstelle eine aktive Koordination wahrnehmen im Thema «regionale Raumentwicklungskonzepte» (Regio-ROKs), im Thema «regionale Zielsetzungen zur Siedlungsentwicklung» sowie im Bereich der Schnittstellen zwischen angrenzenden Regionen. Die Koordination in den zwei erstgenannten Bereichen soll über ein koordiniertes Timing und damit über eine Taktung der Arbeiten erreicht, durch periodische Herstellung von Übersichten festgestellt und in gemeinsamen Sichtungen des RZUVorstands unter Beizug der Regionalplaner festgehalten werden.
Nach Möglichkeit soll das Resultat als gesamthaftes Planwerk plakativ bildlich dargestellt werden.
- Umsetzung der Integrierten Prinzipien und Ziele für die Raumentwicklung im RZU-Gebiet
2.1 Siedlung
Das Projekt «Nachhaltige Siedlungsentwicklung in Zürichs Verdichtungsraum (NSE)» hat aus
einheitlicher Sicht die erwünschte Siedlungsstruktur für die Regionen Limmattal, Stadt Zürich
und Glattal qualitativ, quantitativ und örtlich definiert. Die Analysen, Prognosen und Zielsetzungen
bilden eine sehr wertvolle Grundlage für die nun anstehende Gesamtüberprüfung der regionalen
Richtpläne. Mit einem Projekt «NSE II – Analysen, Prognosen und Zielsetzungen der Siedlungsentwicklung
in den RZU-Regionen ausserhalb des Verdichtungsraums» sollen für die nicht dem
Verdichtungsraum zugerechneten Regionen der RZU – ZPF, ZPK, ZPP und ZPZ – die gleichen
Arbeiten durchgeführt und somit für alle RZU-Regionen die gleichen Grundlagen geschaffen
werden. Die Resultate sollen diesen Regionen für die Gesamtüberarbeitung ihrer regionalen
Richtpläne zur Verfügung stehen.
Das bereits lancierte Projekt «Öffentlicher Raum» soll fortgeführt werden. Attraktive Pärke,
Plätze, Strassen und Wege tragen wesentlich zu einer hohen Lebensqualität bei und sind Orte
des sozialen, kulturellen und kommerziellen Austauschs. Das Projekt setzt sich mit dem öffentlichen
Raum sowohl im städtischen als auch im ländlich geprägten RZU-Gebiet auseinander.
Die Gesamtüberarbeitung der regionalen Richtpläne verlangt von den Regionen, prioritär die
«regionale Zielsetzung zur Siedlungsentwicklung» zu bestimmen. In diesem Kontext sieht die
RZU vor, einen unterstützenden Beitrag zum Thema «Innere Verdichtung und Siedlungsqualität»
zu leisten. In einzelnen Studien sollen ausgewählte Aspekte behandelt oder spezielle Gebiete
namentlich des Verdichtungsraums beispielhaft aufgegriffen werden. Nach Bedarf und Eignung
sind auch Erfahrungsaustausche durchzuführen.
2.2 Landschaft
Die Erarbeitung des Projekts «Landschaftssystem_RZU» wie auch die Durchführung des Projekts
«Siedlungsränder» haben gezeigt, dass dem «siedlungsorientierten Freiraum» eine herausragende
Bedeutung für die Erscheinung und die Gestaltung der Landschaft im RZU-Gebiet zukommt.
In einem Projekt «Siedlungsorientierter Freiraum» soll deshalb generell das Zusammenspiel
zwischen Siedlung und Landschaft in den Übergangs-, Verzahnungs- und Ergänzungsbereichen
untersucht werden.
In nachgeordneter Priorität sollen im Anschluss an das Projekt «Landschaftssystem_RZU» in
einem Folgeprojekt die «Schlüsselräume des Landschaftsystems» identifiziert werden, die für die
Lebensraumqualität und die weitere Entwicklung des RZU-Gebiets als Ganzes entscheidend
sind. Dabei sind die Resultate des Projekts «Parklandschaft» der Metropolitankonferenz Zürich
zu berücksichtigen.
2.3 Verkehr
Das RZU-Raumentwicklungsleitbild(REL) hält als eines seiner Ziele fest: Die Hauptverkehrstrassen
sind innerorts aufzuwerten, indem Gestaltung und Betrieb auf die Koexistenz der
verschiedenen Verkehrsteilnehmer und auf die Bedürfnisse der Anwohnerinnen ausgerichtet
sind. Die Thematik stellt sich in vielen Gemeinden als Problem und in den Regionen als Aufgabe
in der Gesamtüberarbeitung der regionalen Richtpläne. In diesen gilt es, die «siedlungsorientierten
Strassen» zu bezeichnen. Das RZU-Projekt möchte primär Übersicht schaffen und den
Stand der Kenntnisse und des Know-how an die Regionen und Gemeinden vermitteln. Neben
den Sachfragen und Verfahren sind auch die Prozesse der konkreten Realisierung in und mit
den Gemeinden in Betracht zu nehmen.
Die RZU-Mobilitätsstrategie hat im «Teil I Verkehrsinfrastrukturen» die aus der Sicht der RZU
sinnvollen Realisierungsetappen definiert wie auch insbesondere die Verkehrsprojekte mit Handlungsbedarf
identifiziert. Mit Bezug auf letztere wurde als weiterer Schritt die Durchführung
zweier Plattformenveranstaltungen festgelegt, um die konkreten Handlungen seitens der RZU
klären zu können.
- Weiterentwicklung der «Plattform RZU»
Die Weiterentwicklung der «Plattform RZU» erhält eigenständig keine besondere Priorität zugewiesen,
dürfte aber im Rahmen verschiedener Projekte bedeutsam sein, zum Beispiel im Verkehr
(siehe oben).
Generell soll die Plattform-Funktion der RZU ausgesprochen kommunikativ ausgeübt werden, in
dem bestehende Informationen zu Übersichten zusammengezogen, Wissensgebiete verdichtet
und Fachkenntnisse vermittelt werden sollen.
- Grundlagenarbeiten
Unter dem Titel «Visionäre Leitplanung» ist vorgesehen, eine Langfrist- und Grundsatzstudie zu
Siedlung und Verkehr durchzuführen. Eine Studie «visionäre Leitplanung» war schon aufgrund
der RZU-Strategieklausur 2009 für das Jahr 2010 vorgesehen gewesen. Auch war bereits im
Zwischenbericht zur Mobilitätsstrategie vom März 2007 als dritter Schritt eine Langfristbetrachtung
zum Verkehr in Aussicht genommen worden. Die Überlegungen zum Klimawandel, die am
RZU-Symposium vom 17. Juni 2010 breit dargelegt worden sind, haben die Notwendigkeit einer
Langfristbetrachtung hervorgehoben und so die Bedeutung dieser Grundlagenarbeit unterstrichen.
Das Projekt «Visionäre Leitplanung» soll vorerst in beschränktem Umfang von der RZU
selbst angegangen werden und Wert auf die Verwendung von Resultaten anderer, laufender
und anlaufender Projekte legen.
Als Einstieg in das Projekt «WIFEK» (Wissen–Innovation–Forschung–Entwicklung–Kreativität)
soll sich eine Grundlagenarbeit mit den räumlichen Voraussetzungen und Ansprüchen der
wissensbasierten Ökonomie sowie mit den Bedürfnissen der sogenannten «Kreativen Klasse»
und den mit ihr einhergehenden Prozessen im Bereich räumlicher Entwicklung auseinander. In
einem ersten Schritt soll eine Übersicht über das komplexe Thema geschaffen werden, um danach
zu entscheiden, ob und inwiefern die RZU in diesem aktuellen Thema einen Beitrag leisten
kann.
- Arbeitshilfen, Kurse, Beratungen
Wie üblich wird die RZU nach Möglichkeit Arbeitshilfen anbieten und Kurse zu raumplanerischen Themen durchführen. Die RZU steht ihren Mitgliedern jederzeit für Einzelberatungen zur Verfügung.