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Schwerpunkte des Arbeitsprogramms 2012

1. Richt- und Regionalplanung unterstützen
  1. 2. Nachhaltige Entwicklung des RZU-Gebiets fördern
  2. 3. Dachfunktion stärken

    Der Schwerpunkt 2 besteht aus den drei Bereichen:

  1. 2.1 Optimierung der inneren Verdichtung
  2. 2.2 Koordination Siedlung und Verkehr
  3. 2.3 Synergien Landschaft und Siedlung

Arbeitsprogramm 2012

1. Richt- und Regionalplanung unterstützen

Im vergangenen Jahr waren in intensiver fachlicher Zusammenarbeit mit den Regionalplanenden der RZU-Regionen die regionalen Raumordnungskonzepte (Regio-ROKs) nach einheitlichen Grundsätzen und mit einheitlichen Komponenten geschaffen und zu einer Gesamtkarte mit dem Titel «Zusammenbau Regio-ROKs 2030» zusammengefügt worden. Dieser Zusammenbau derRegio-ROKs hat den Regionen und dem Kanton als wertvolle Grundlage gedient. Die Arbeiten sollen fortgeführt werden durch: Bereinigung nach der jetzt laufenden Konsolidierung in den Regionen; Ergänzen der Karte durch ausgewählte Zusammenzüge aus den Regio-ROKBerichten; inhaltliche Vertiefung auf Zielebene (z.B. bei den «regionalen Zielsetzungen zur Siedlungsentwicklung»); substantielle Koordination (z.B. bei den «Nutzungsschwerpunkten»); etc.

Nach der Erarbeitung der Regio-ROKs, die im wesentlichen ein Zielbild der künftigenEntwicklung aufzeigen, gehen die Regionen nahtlos zur Gesamtüberarbeitung des regionalenRichtplans über, der insbesondere die Massnahmen festlegt. Anknüpfend an die positive Erfahrung mit dem «Zusammenbau Regio-ROKs» möchte die RZU eine «Werkstatt zur Unterstützung der regionalen Richtplanung» einrichten. Die Werkstatt soll fachlich orientiert sein und alle Regionalplanenden der RZU-Regionen umfassen. Die weiteren Teilnehmenden, die Arbeitsweise und die Themen sind noch offen und mit den Regionen und den Regionalplanenden zu besprechen. Die RZU könnte sich vorstellen, dass sich die Werkstatt insbesondere mit den neu an die Regionen delegierten Aufgaben (z.B. Hochhäuser, verkehrsintensive Einrichtungen, Standorte für Fahrende, etc.) auseinandersetzt. Jedenfalls ist die Koordination mitdem Kanton sicherzustellen.

2. Nachhaltige Entwicklung des RZU-Gebiets fördern


2.1 Optimierung der inneren Verdichtung

In jahrelangen Untersuchungen ist die Entwicklung der Siedlung des RZU-Gebiets analysiert worden. Diese «Grundlagen der Siedlungsentwicklung des RZU-Gebiets» zeigten auch, dass es im Siedlungskörper Gebäude und Nutzungen gibt, die von ihrer Funktion her «Spezialitäten» darstellen und dem Raum in ihrer Umgebung eine gewisse «Identität» verleihen. Diese dann in den Regio-ROKs als «Nutzungsschwerpunkte» bezeichneten Nutzungen sind wichtige struktur- und erkennungsbildende Elemente der Siedlung, die charakteristische räumliche Funktionen erfüllen. Objektiv und je nach Gesichtspunkt weisen sie unterschiedliche Ausstrahlungsreichweiten auf. Die unbestritten wichtigsten Gebilde sind heute in der Mehrzahl in der Stadt Zürichkonzentriert. Unter dem Ziel der Optimierung der inneren Verdichtung stellt sich die Frage, ob «alles überall» sein muss, oder ob vielmehr eine grossräumige Aufteilung, ob eine funktionaleSpezialisierung im RZU-Gebiet möglich ist. Von der Sache her sollte diese Aufgabe unter Nutzung der bestehenden Projektorganisation in enger Anlehnung an die Fortführung desZusammenbaus der Regio-ROKs angepackt werden.

Die Thematik «Innere Verdichtung und Siedlungsqualität» ist in den vergangenen Jahren in breiten Kreisen innerhalb und ausserhalb der RZU immer wieder als zentrales Problem aufgebracht worden. Die RZU hat im Jahre 2008 die Broschüre «Qualitätsvolle innere Verdichtung» (2008) vorgelegt. Klar ist: Je höher die Dichten sein werden, desto drängender tritt die Problematik in Erscheinung. Die von der RZU-Regionspräsidentenkonferenz gewünschte Grundsatzstudie über die «innere Verdichtung und Siedlungsqualität» wurde angesichts der Komplexität desThemas im Arbeitsprogramm 2011 auf die Behandlung «ausgewählter Aspekte» reduziert. Die Strategieklausur des RZU-Vorstands vom 14. Juli 2011 hat die überragende Bedeutung desThemas nachdrücklich unterstrichen. Zu dessen Behandlung sind verschiedene Ansätze denkbar. Man kann z.B. Sachwissen aufbereiten, Wettbewerbe durchführen, Auszeichnungen vornehmen,Gremien einsetzen, etc. Die RZU möchte einen anderenn Zugang wählen. In einem qualifizierten «Erfa»-Prozess mit den Planungs- und Bauverantwortlichen «an der Front» auf der kommunalen, regionalen und kantonalen Ebene sollen Erfahrungen ausgetauscht und damit die «ausgewählten Aspekte» identifiziert werden, die dann gezielt vertieft analysiert und zu einer gemeinsamen konzeptionellen Stossrichtung entwickelt werden sollen.

Die RZU hat eine Beispielsammlung «öffentlicher Raum» erarbeitet, die einen wichtigen Aspekt der inneren Verdichtung und Siedlungsqualität beleuchtet. Die Inhalte der Broschüre sind ingeeigneter Form den Interessierten zu vermitteln. Wie der Bericht «Grundlagen der Siedlungsentwicklung des RZU-Gebiets» zeigt, werden die heutigen Kapazitäten zur Schaffung zusätzlicher Geschossflächen bis im Jahr 2015 stark reduziert und 2025 praktisch aufgebraucht sein. Mit dieser Aussicht stellen sich siedlungspolitische Grundsatzfragen. Es ist entwicklungsstrategisch bedeutsam, dass diese Fragen sehr rasch gestellt und behandelt werden. Die RZU möchte die Diskussion dieses Themas mitgestalten und eine über die Planerkreise hinausgehende meinungsbildende Rolle spielen.

2.2 Koordination Siedlung und Verkehr

Der Bericht «Grundlagen der Siedlungsentwicklung des RZU-Gebiets» zeichnet ein detailliertes Bild der vergangenen und künftigen Entwicklung der Siedlung auf und zeigt, dass ungefähr imJahr 2025 die Kapazitätsreserven aufgebraucht sein werden, d.h. der Vollausbau erreicht sein wird. Im Vergleich zwischen 2005 und 2025 wird im RZU-Gebiet ein Verdichtung von rund 14% stattgefunden haben. Es stellt sich die Frage: Wie sieht das Zusammenspiel von Siedlung und Verkehr aus? Und die Einstiegsfrage ist: Was sind die verkehrlichen Konsequenzen des Vollausbaus des RZU-Gebiets? Die Fragestellung lässt verschiedene Zugänge zu, von pragmatischen Überlegungen bis hin zu Modellrechnungen.

Die RZU hat sich schon immer am Mikrozensus Verkehr beteiligt, um relevante Fakten zum Verkehr des RZU-Gebiets zu erhalten. Die Daten des Mikrozensus 2010 dürften 2012 bereitstehen. Die RZU wird die Auswertung vornehmen und die Ergebnisse anschaulich publizieren. Die RZU möchte eine Übersicht über die Verkehrsvorhaben in den Regionen erstellen. Es gehtum Projekte, Vorhaben, Ideen und Anliegen zu Infrastruktur, Betrieb, Management, Bewirtschaftung etc.. Die Informationslage ist günstig aufgrund der Regio-ROKs, der in vielen Regionendurchgeführten Gespräche mit den Gemeinden, den Arbeiten zu den Agglomerationsprogrammen und den anlaufenden Richtplanarbeiten. Die Absichten sind, auf diesem Weg Koordinationsfragen zu klären, Synergien in der Problembearbeitung zu finden, interregionale Interessenslagen festzustellen, die langfristige Vorbereitung auf das Agglomerationsprogramm 3. Generation einzuleiten und nach Möglichkeit Koordinationshilfe zu leisten.

Das Projekt «siedlungsorientierte Strassen» ist bereits im Arbeitsprogramm 2011 enthalten, hat aber aus Kapazitäts- und PrioritaÅNtsgründen nicht an die Hand genommen werden können.Es geht dabei um Folgendes: Das RZU-Raumentwicklungsleitbild (REL) hält als eines seiner Ziele fest: Die Hauptverkehrstrassen sind innerorts aufzuwerten, indem Gestaltung und Betrieb auf die Koexistenz der verschiedenen Verkehrsteilnehmer und auf die Bedürfnisse der Anwohner ausgerichtet sind. Die Thematik stellt sich in vielen Gemeinden als Problem und in den Regionen als Aufgabe in der Gesamtüberarbeitung der regionalen Richtpläne. In diesen gilt es, die «siedlungsorientierten Strassen» zu bezeichnen. Das RZU-Projekt möchte primär Übersicht schaffen und den Stand der Kenntnisse und des Know-how an die Regionen und Gemeinden vermitteln. Neben den Sachfragen und Verfahren sind auch die Prozesse der konkreten Realisierung in und mit den Gemeinden in Betracht zu nehmen.

Das Projekt «visionäre Leitplanung» ist ebenfalls bereits im Arbeitsprogramm 2011 enthalten und soll nun angepackt werden. Vorgesehen ist, eine Langfrist- und Grundsatzstudie zu Siedlung und Verkehr durchzuführen. Sie geht zurück auf die RZU-Strategieklausur 2009 und war auch im Zwischenbericht zur Mobilitätsstrategie vom März 2007 als dritter Schritt eine Langfristbetrachtung zum Verkehr in Aussicht genommen worden. Die Überlegungen zum Klimawandel, die am RZU-Symposium vom 17. Juni 2010 breit dargelegt worden sind, haben die Notwendigkeit einer Langfristbetrachtung hervorgehoben und so die Bedeutung dieser Grundlagenarbeit unterstrichen. Das Projekt «Visionäre Leitplanung» soll vorerst in beschränktem Umfang von der RZU selbst angegangen werden und Wert auf die Verwendung von Resultaten anderer, laufender und anlaufender Projekte legen.

2.3 Synergien Landschaft und Siedlung

In den vergangenen Jahren hat die RZU in enger Zusammenarbeit mit den Regionen, der Stadt Zürich und dem Kanton Zürich das «Landschaftssystem_RZU» entworfen. Das Zielbild istGrundlage für die laufenden Richtplanarbeiten. Aufgrund der jetzt anfallenden Erfahrungen soll das «Landschaftssystem_RZU» überarbeitet und 2012 in definitiver Version den Planungsträgernzur Umsetzung in ihren Instrumenten übergeben werden. Welche weiteren konzeptionellen Anschluss- und Vertiefungsarbeiten seitens der RZU nötig sind, wird sich weisen.

Der RZU-Raum ist ein urbaner Ballungsraum, in dem die Erholung eine besonders grosse Bedeutung für die Wohn- und Arbeitsbevölkerung hat. Das hat schon die Erarbeitung des Raumentwicklungsleitbilds «Siedlung und Verkehr» deutlich gemacht. Im Zuge der Erarbeitung der Regio-ROKs haben die Regionen als Ergänzung und Konkretisierung des Landschaftssystems_RZU die Kategorie «Erholungsgebiete von überregionaler Bedeutung» eingeführt. Die fortlaufende innere Verdichtung wird das Bedürfnis nach Räumen zur Erholung, namentlich zur Naherholung, weiter verstärken. Das RZU-Arbeitsprogramm 2011 sieht ein Projekt «Schlüsselräume des Landschaftssystems» vor, das sich auch an den Ergebnissen des Projekts«Metropolitanraum als Parklandschaft» der Metropolitankonferenz Zürich orientieren soll. Letzteres enthält die Idee eines «Parkzellen-Netzes». Die verschiedenen Inspirationen, Anliegen und Absichten, die es zur Erholung und Naherholung im RZU-Gebiet gibt, will die RZU zu einem Konzept «RZU-Park-Netz» verdichten.

Das planungsstrategische Grundproblem mit der Landschaft ist, dass der Wald und die Gewässer durch Spezialgesetzgebungen und das Landwirtschaftsgebiet im Bereich Fruchtfolgeflächen (FFF) durch Verordnungen der praktischen Gestaltung entzogen sind. Wie diesen Gegebenheiten konzeptionell etwas entgegengestellt werden kann, sollte in grundlegenden Überlegungen bedacht werden. Ebenfalls sollten Hinterfragungen Dritter verfolgt werden, z.B. die jetzt doch einmal anlaufenden Diskussionen zum Wald, u.a. unter dem Schlagwort «urban forestry».

3. Dachfunktion stärken

An seiner Strategieklausur vom 14. Juli 2011 hat der RZU-Vorstand festgehalten, dass die RZU ihre Grundaufgabe als Dachverband klar erkennbar wahrnehmen soll. Die «Dachfunktion stärken» bildet deshalb einen Schwerpunkt des Arbeitsprogramms 2012.

Zu diesem Zweck sind die laufenden Arbeiten am RZU-Gesamtentwicklungskonzept weiter zu führen. Diese umfassen die Vertiefung der RZU-Synthese Regio-ROKs, die Umlegung raumkonzeptioneller Vorstellungen Dritter auf das RZU-Gebiet, z.B. die des Bundes in seinem Raumkonzept Schweiz, sowie weitere konzeptionelle Ergänzungen.

Seit Jahren erachtet es die RZU als eine ihrer Aufgaben, die Funktion einer «Plattform» wahrzunehmen. Regelmässig, 2 bis 4 mal pro Jahr, finden «Plattform-Veranstaltungen» als erweiterte Vorstandssitzungen statt, zu denen jeweils je nach Thema externe Fachleute sowie Planungsträger von ausserhalb des RZU-Gebiets eingeladen werden. Als Plattform-Veranstaltung wurde auch das Symposium «Raumplanung und Klimawandel» durchgeführt. In Erweiterung undSpezifizierung der Plattform-Funktion soll ein interdisziplinäres «RZU-Regionalforum» geschaffen werden. In der Verbindung der Begriffe «Forum» und «RZU» schweben verschiedenste Vorstellungen im Raum. Insgesamt geht es gemäss dem Ausschuss des RZU-Vorstands darum, ein Informations- und Diskussions-Gefäss zu schaffen und über längere Zeit zu betreiben, das sich für unterschiedliche Themen, Teilnehmer und Adressaten eignet, aber trotzdem «eine Linie»besitzt. Vorrangig ist deshalb ein Konzept «RZU-Regionalforum» zu erarbeiten, das Qualität vor Quantität stellt. In diesem Konzept sind auch die Fragen zu klären, ob und wie sich die RZU in die öffentlichen Diskussionen von aktuellen Projekten einschalten soll und wie Foren für den Austausch mit der Bevölkerung eingesetzt werden könnten.

Die Dachfunktion der RZU soll auch durch ein deutlich zu steigerndes Angebot an Fortbildungskursen und -veranstaltungen verstärkt werden.

Schliesslich sollen immer wieder Übersichten erstellt und so Transparenz zu laufenden Planungen und Projekten sowie zu aktuellen Themen geschaffen werden.

19. Oktober 2011/DK