Projekte

Erfahrungsaustauschprozess zur Zentrumsentwicklung

Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch zum Thema Zentralität und Zentrumsentwicklung

ZIELE
  • Aktuelle Tendenzen der Zentrumsbildung sichten
  • Problemverständnis und Ansatzpunkte finden
  • Beispiele mit Blick auf Herausforderungen analysieren und diskutieren
  • Innovative Ansätze und Allianzen andenken
  • Erfahrungsaustausch zwischen den Gemeinden der RZU fördern
 
ZEITRAUM 2015-2016
 
VERANTWORTLICH Bruno Widmer, Witali Späth

PARTNER Gemeinde-VertreterInnen, themenrelevante ExpertInnen, VLP

OUTPUT 
  • 3 dokumentierte Veranstaltungen (V1 - V2 - V3)
  • Erkenntnisbericht «Essentials»
  • NZZ-Interview
  • Fokusprojekt zu Erdgeschoss-Nutzungen

 

Für Informationen zu den drei Veranstaltungen und die Dokumentationen bitte Pfeil klicken:

VERANSTALTUNGEN

#1 - 26. März 2015 in Zürich: Problemverständnis und Ansatzpunkte entwickeln (Doku V1, 12.2 mb)
#2 - 27. Oktober 2015 in Meilen: Beispiele mit Blick auf eigene Herausforderungen diskutieren (Doku V2, 7.6 mb)

#3 - 17. März 2016 in Zumikon: Ansätze und Allianzen andenken (Doku V3, 4.3 mb)

 

1. Veranstaltung am 26. März 2015

In der ersten Veranstaltung vom 26. März 2015 sollen im Austausch mit Fachleuten eine Problemsichtung und eine thematische Auslegeordnung erfolgen. Dies geschieht über Workshops zu den Stichworten Mobilität, Gemeinschaft und Versorgung, die die drei prägenden Aspekte der Zentralität in ihrer Themenvielfalt ausloten.

MobilitätDie Welt rückt näher zusammen. Der Raum, den wir im Alltag zwischen Wohnen, Arbeiten und Freizeit nutzen, wird seit längerem grösser. Dabei finden sich «zentrale Orte» auch abseits von historisch gewachsenen Quartier- oder Dorfkernen. Knotenpunkte wie Bahnhöfe oder Autobahnanbindungen bringen neue Arten von Zentralität hervor und begünstigen die Ansiedlung weiterer Nutzungen wie Einkauf und Freizeitangebote, welche die bestehenden Ortszentren nicht einfach ergänzen, sondern konkurrieren. Welche Folgen haben diese Mobilitätsmuster für die gewachsenen Ortszentren? Kann man ihnen planerisch begegnen? Welche Rolle spielen die neuen Orte der Mobilität in den jeweiligen Gemeinden? Und welche Entwicklung ist an diesen Orten erstrebenswert?

GemeinschaftEin belebtes Ortszentrum gilt vielen als Beleg für die hohe Lebensqualität einer Gemeinde. Ein grosser Teil der Bevölkerung befriedigt jedoch Bedürfnisse wie Einkaufen, Freizeit und Begegnung nicht mehr im Wohnort selbst, wodurch viele Ortszentren ihre angestammte Bedeutung verlieren und sich entleeren. Gleichzeitig verorten wir dort, wo wir wohnen, einen Grossteil unseres persönlichen Selbstverständnisses. Wohnen bedeutet Vertrautheit, Gemeinschaft und Identifikation. Das Ortszentrum ist in besonderer Weise ein Träger dieser Belange. Kann eine Belebung der Ortszentren über eine Verbindung mit solchen Wohnbedürfnissen angeregt werden? Lässt sich «Wohnen» umfassender, also jenseits von Schlafen und Rückzug, denken?

VersorgungAm Morgen Brot an der nächsten Ecke holen, später im Grossmarkt Möbel kaufen und dort zu Abend essen oder auf dem Heimweg am Bahnhof bei einem Grossverteiler oder im Ortszentrum beim Volg Lebensmittel besorgen. Versorgung stellt sich in sehr unterschiedlicher Weise dar. Ein Supermarkt im Ort oder einer am Stadtrand bedeuten je nach Lebenssituation Einschränkungen oder Möglichkeiten für die Bevölkerung. Die Entscheidung für die Lage von Detailhandel und insbesondere Grossverteilern hängt jedoch nicht allein von den Bedürfnissen vor Ort ab. Die Planung solcher Standorte erfolgt in Bezug auf einen übergeordneten Markt und reagiert auf das sich stetig wandelnde Einkaufsverhalten. Welche Versorgungsleistungen sind an einem Ort essentiell, welche steigern die Lebensqualität? Lässt sich raumplanerisch auf Angebot und Nachfrage Einfluss nehmen, um unerwünschten Entwicklungen zu begegnen und neue Impulse zu setzen?

 

2. VERANSTALTUNG AM 27. Oktober 2015

In der zweiten Veranstaltung erhalten die Teilnehmenden die Gelegenheit, konkrete Praxisbeispiele zu diskutieren, um daraus Lehren und Erkenntnisse für die eigene Planungsarbeit abzuleiten. Die Aufgabe wird sein, wirksame Ansatzpunkte und Handlungsweisen zu identifizieren und über die Möglichkeiten der Anwendbarkeit bzw. Übertragbarkeit in die eigene Alltagspraxis zu sprechen. Entlang der aufbereiteten Beispiele werden die verschiedenen Themen und Aspekte, welche in der ersten Veranstaltung identifiziert wurden, vertiefter untersucht. Zusammenfassend lässt sich folgendes Themenspektrum anführen:

Viele Fragen zur heutigen Funktion von Ortszentren drehen sich um ökonomische Zusammenhänge. Der Strukturwandel im Bereich Detailhandel, sinkende Umsätze und Mieteinnahmen sowie zunehmend leerstehende Ladenlokale sind die sichtbaren Symptome komplexer Veränderungen im Mobilitäts-, Einkaufs- und Freizeitverhalten sowie der Formen von Vergemeinschaftung. Ansetzen lässt sich also an vielen Stellen. Aus diesem Grund lohnt sich eine breitgefächerte Betrachtung. Neben ökonomischen Fragen stehen auch soziale Belange im Fokus, denn der Wunsch nach «lebendigen Ortszentren» ist vor allem ein emotionales Bedürfnis. Öffentliche Räume und soziale Infrastrukturen sind als Ansatzpunkte gerade für die öffentliche Hand relevant. In diesem Zusammenhang spielen partizipative Ansätze, also das Einbinden von Bevölkerung und entscheidenden Akteuren, eine grosse Rolle. Mobilität als grundlegender Faktor wird in der Auseinandersetzung mit Beispielen eine besondere Aufmerksamkeit erfahren. Daher wird es sowohl um konkrete Verkehrsfragen und -massnahmen als auch um die Bedeutung von ÖV-Stationen und Knotenpunkten als Orte der Mobilität gehen. Nicht zuletzt hängt die Zukunftsfähigkeit von Ortszentren davon ab, wie die aufgeworfenen Fragen der Zentrumsentwicklung aus einer überkommunalen Betrachtung heraus angegangen werden. Der Standortwettbewerb zwischen den Gemeinden stellt insbesondere in einem funktional derart stark verflochtenen Raum wie dem Grossraum Zürich einen wichtigen Faktor dar. Das Ringen um die Kaufkraft und auch die Präsenz von Menschen ist ein wesentlicher Treiber der Zentrumsentwicklung. Gefragt sind geeignete Formen der Abstimmung und Kooperation.

 

3. VERANSTALTUNG AM 17. März 2016

 
An der letzten Veranstaltung in der Reihe des RZU-Erfa zur Zentrumsentwicklung sollen die bislang gewonnenen Erkenntnisse reflektiert und konsolidiert werden. Die Dokumentationen der ersten beiden Veranstaltungen dienen dem Teilnehmerkreis als inhaltliche Grundlage und damit auch als gemeinsamer Bezugsrahmen für diesen letzten Teil des Erfahrungsaustauschs. Angelehnt an die bislang erarbeiteten und diskutierten Inhalte, sollen die Teilnehmenden im Rahmen von thematischen Schwerpunktsetzungen Hinweise für die eigene Praxis gewinnen und zur Formulierung von Handlungsansätzen angeregt werden. Zumikon bietet hierfür nicht nur den nötigen Veranstaltungsort. Ein Vortrag über die planerische Situation der Gemeinde sowie ein themenorientierter Rundgang durchs Ortszentrum fungieren als Anstoss für den daran anschliessenden Erfahrungsaustausch.